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FAQs

In Niederösterreich besteht seit Juni 2014 ein sektorales Raumordnungsprogramm ĂŒber die Nutzung der Windkraft im Bundesland. Das bedeutet, dass nur in ausgewiesenen Windkraftzonen der Bau von WindrĂ€dern zulĂ€ssig ist. Der
„Niederösterreichische Energiefahrplan 2023“ sieht bis 2030 einen Ausbau der Windenergie auf bis zu 7.000 GWh vor. Zum Vergleich: 2021 wurden in Niederösterreich 3.874 GWh an Strom aus Windenergie gewonnen.

In der Region um den Hardwald ist aktuell eine Windkraftzone ausgewiesen. Bei der Festlegung dieser Zonen werden wesentliche Kriterien zum Wohl von Mensch und Natur mitberĂŒcksichtigt. Das Land Niederösterreich legt unter anderem einen Mindestabstand zum nĂ€chsten Wohnbauland von 1,2 Kilometern fest. Die zwingenden MindestabstĂ€nde zĂ€hlen weltweit zu den strengsten Regelungen.

Die Errichtung von WindrĂ€dern wird umfassenden Genehmigungsverfahren unterzogen, in der Regel nach dem Gesetz zur UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung (UVP-G). In der UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung werden unter anderem die Auswirkungen auf Flora, Fauna und das Landschaftsbild im Detail geprĂŒft.

Zum Projektablauf

Bei allen Windparks der W.E.B werden auch die Standortgemeinden am wirtschaftlichen Erfolg der Stromproduktion beteiligt. Manche Gemeinden besitzen GrundstĂŒcke, die fĂŒr die Errichtung von WindrĂ€dern geeignet sind und können dadurch von der Pacht profitieren, die sie als GrundstĂŒckseigentĂŒmer erhalten. Weiters bietet die W.E.B in den Standortgemeinden attraktive Stromtarife fĂŒr die BĂŒrger an und unterstĂŒtzt Energiegemeinschaften durch gĂŒnstige
Stromlieferungen bzw. bietet Beteiligungen an. DarĂŒber hinaus unterstĂŒtzt die W.E.B lokale Initiativen und Vereine durch Sponsoring.

  • Zonierung: Ausweisung einer Zone durch die Landesregierung.
     
  • Widmung der konkreten FlĂ€chen in „GrĂŒnland mit Windkraftnutzung“ durch die Gemeinde: Die Widmung wird dabei vom betreffenden Gemeinderat beschlossen, wobei das Land ein Zustimmungsrecht besitzt. Auch fĂŒr die Widmung – wie schon fĂŒr die Ausweisung der Zone – ist eine Strategische UmweltprĂŒfung (SUP) notwendig. Dabei werden die Auswirkungen auf die Umwelt geprĂŒft und in einem Umweltbericht zusammengefasst. Inhalte dieser PrĂŒfung sind das Landschaftsbild sowie die LebensrĂ€ume und betroffene Tiere und Pflanzen. DafĂŒr werden auch Untersuchungen von FledermĂ€usen und Vögeln durchgefĂŒhrt. Die Untersuchungen können dann auch der konkreten Projektplanung zugrunde gelegt werden, um Maßnahmen zum Schutz der Tiere vorzusehen (z.B. automatische Abschaltungen fĂŒr WindrĂ€der, damit diese wĂ€hrend der hauptsĂ€chlichen AktivitĂ€tszeiten der FledermĂ€use stillstehen).
     
  • Genehmigungsverfahren, ab einer bestimmten GrĂ¶ĂŸe des Windparks in Form einer UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung (UVP): Im Zuge der Genehmigungsverfahren kommt es nochmal zur strengen PrĂŒfung der ökologischen Eignung. Dabei werden die eingereichten Unterlagen von SachverstĂ€ndigen aus allen betroffenen Bereichen ĂŒberprĂŒft.

    Außerdem darf der von der Windkraftanlage verursachte Schall nicht mehr als 3 dB ĂŒber dem Hintergrund-GerĂ€uschpegel zur ruhigsten Tages- bzw. der ruhigsten Nachtzeit liegen. Eine VerĂ€nderung um 1 dB ist fĂŒr die meisten Menschen nicht wahrnehmbar, Menschen mit gutem Gehör können einen Unterschied von 1 dB gerade so erkennen. Von einer jedenfalls wahrnehmbaren VerĂ€nderung wird bei 3 dB ausgegangen.

    Auch der Schatten, den ein Windrad auf ein WohngebÀude werfen darf, ist streng geregelt. Als Schwellenwert gilt hierbei eine BeeintrÀchtigung von maximal 30 Minuten pro Tag und 30 Stunden pro Jahr insgesamt.
    Berechnet wird dieser Wert so, als ob es das ganze Jahr keine Bewölkung geben wĂŒrde.

    Des Weiteren werden beispielsweise die möglichen Auswirkungen auf die Boden- und Landwirtschaft, Forst- und Jagdökologie und das Grundwasser untersucht. FĂŒr Projekte, die weniger als 30 MW Leistung haben, wird die Genehmigung in einzelnen Verfahren abgehandelt (Materienrecht) und nicht konzentriert in der UVP. Es mĂŒssen aber dieselben Bereiche untersucht werden.

Ob die WindparkflĂ€chen zur Widmung und das Projekt zur Genehmigung eingereicht wird, hĂ€ngt unter anderem davon ab, ob ausreichend NetzkapazitĂ€ten verfĂŒgbar sind. FĂŒr die Vorbereitung zu einem Genehmigungsverfahren ist mit einigen Jahren zu rechnen, ebenso fĂŒr das Genehmigungsverfahren selbst. Beim Windprojekt Wild beispielsweise lĂ€uft die UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung inklusive der Bearbeitung von Einwendungen seit fast vier Jahren. Die Bauzeit fĂŒr einen Windpark liegt bei etwa einem Jahr.

Es gibt langjĂ€hrige Untersuchungen ĂŒber das Windaufkommen in Österreich. Dort, wo aktuell Windkraftprojekte im Waldviertel geplant sind, wurden zusĂ€tzlich Windmessungen gemacht, und die Messergebnisse zeigen eindeutig: Auch im Waldviertel blĂ€st der Wind stark und weht oft genug, um effizient Windstrom zu erzeugen.
Die ErtrÀge der in den letzten Jahren im Waldviertel umgesetzten Projekte bestÀtigen dies.

Windgeschwindigkeiten im Vergleich

WindrĂ€der können in Niederösterreich nur in ausgewiesenen Windkraftzonen errichtet werden, diese mĂŒssen einen Mindestabstand von 1.200 Metern zum nĂ€chsten Wohnbauland haben. Typischerweise liegen im Waldviertel die Dörfer in den Senken, angrenzend die Äcker und am weitesten weg und am höchsten gelegen die WĂ€lder, wovon die meisten WirtschaftswĂ€lder sind. Diese Gebiete erfĂŒllen daher zwei wichtige Voraussetzungen: genĂŒgend Abstand zum Wohngebiet und geeigneter Wind.

Der Schutz vorhandener Quellen zur Trinkwasserversorgung der umliegenden Ortschaften hat oberste PrioritĂ€t. Die Umsetzung des Vorhabens wird daher durch umfassende
hydrogeologische Untersuchungen begleitet. Faktische Auswirkungen auf die vorhandenen Quellfassungen sind jedoch nicht zu erwarten:

Die flachen Fundamente der WindrĂ€der werden direkt auf dem tragfĂ€higen Gestein errichtet. Es ist keine TiefgrĂŒndung erforderlich, damit sind auch die Eingriffe in den Untergrund gering. Das OberflĂ€chenwasser von den ca. 25 Meter breiten Fundamenten wird natĂŒrlich nicht abgeleitet, sondern versickert unmittelbar neben den Windkraftanlagen. So wird dem Wald auch kein Wasser entzogen, und es gibt keinen Einfluss auf den Grundwasserhaushalt. DarĂŒber hinaus ist der Wasserhaushalt selbstverstĂ€ndlich auch Teil der UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung.

Nein. NatĂŒrliche und naturnahe Waldgebiete, Naturschutzgebiete oder andere streng geschĂŒtzte Habitate erfĂŒllen selten die Voraussetzungen und sind auch nach der neuen EU-Richtlinie „tabu“ fĂŒr die Errichtung von Windkraftanlagen. Alle derzeit geplanten Projekte liegen auf forstwirtschaftlich genutzten FlĂ€chen.

In den Genehmigungsverfahren werden die Auswirkungen auf die Natur, speziell die Vogelwelt, eingehend geprĂŒft. Durch eine vernĂŒnftige Standortwahl wird das Kollisionsrisiko fĂŒr Großvögel minimiert, und bei Bedarf werden Ausgleichsmaßnahmen mitgeplant.

Auch das Forstrecht verlangt bei Verlust von WaldflĂ€chen einen entsprechenden Ausgleich, der im Regelfall zu einer ökologischen Aufwertung der LebensrĂ€ume fĂŒhrt.

Die dauerhafte RodungsflĂ€che fĂŒr Fundament, MontageflĂ€chen und Kranstellplatz ist abhĂ€ngig von der AnlagengrĂ¶ĂŸe und liegt zwischen 0,2 und 0,5 ha. Im Regelfall wird diese FlĂ€che an anderer Stelle wieder aufgeforstet, teilweise sogar im VerhĂ€ltnis 3:1 (d.h. 3 m2 Aufforstung fĂŒr 1 m2 Rodung).

DarĂŒber hinaus gibt es wie bei allen Windparks auch Begleitmaßnahmen fĂŒr den Naturschutz, z.B. wildökologische AusgleichsflĂ€chen, Außernutzungsstellung
von WaldflĂ€chen, Schaffung einer artenreiche Ackerbrache oder die Renaturierung von BĂ€chen. Die konkreten Maßnahmen werden von der zustĂ€ndigen Behörde per Bescheid festgelegt.

Die Zufahrtswege werden nicht asphaltiert und bleiben somit wasserdurchlĂ€ssig. Sie mĂŒssen lediglich 4 Meter breit sein fĂŒr die zu transportierenden Turmteile und sind damit kaum breiter als die bestehenden Forstwege. Die KranstellflĂ€che wird so weit wie möglich wieder aufgeforstet bzw. renaturiert.

Der biologische HauptaktivitĂ€tsraum im Wald geht vom Boden bis knapp ĂŒber den Baumspitzen (also bis ca. 50 Meter ĂŒber dem Boden).
Die Windrad-FlĂŒgel Unterkante befindet sich auf ca. 90 Meter ĂŒber dem Boden, dh. es sind 40 Meter zwischen biologischem HauptaktivitĂ€tsraum und WindradflĂŒgel. Das spricht ĂŒbrigens auch fĂŒr die neueren, grĂ¶ĂŸeren Anlagen. Im Vergleich zum offenen Land ist im Wald auf der Höhe der WindradflĂŒgel weniger biologische AktivitĂ€t vorzufinden.

In Österreich wird die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen ĂŒber die sogenannte MarktprĂ€mie attraktiviert. Das heißt, die Unternehmen verkaufen den Strom normal am freien Markt, und es wird die Differenz zum anzulegenden Wert ausbezahlt. Derzeit werden WindrĂ€dern so maximal 9,28 ct/kWh fĂŒr einen Normstandort zugesichert.

Liegt der Strompreis deutlich ĂŒber dem anzulegenden Wert, muss der Betreiber einen Teil des Mehrerlöses zurĂŒckzahlen. Das Geld wird vom Betreiber dann auf ein Konto bei der Erneuerbaren-Abwicklungsstelle eingezahlt. Der garantierte Minimalerlös pro verkaufter kWh dient vor allem der Sicherung der Finanzierung von Windkraftprojekten.

Ja, natĂŒrlich. Das wird auch gemacht.
Dazu mĂŒssen beim “Repowering” die alten Anlagen komplett abgebaut und durch neue, modernere Windkraftanlagen ersetzt werden.
Doch selbst wenn wir alle WindrĂ€der Österreichs repowern könnten, wĂŒrde das nicht reichen, um die Ausbauziele zu erreichen. Damit wir Österreich mit Energie aus erneuerbaren Quellen versorgen können, brauchen wir auch mehr WindrĂ€der.

Vor dem Bau eines Windrades wird die LĂ€rmsituationin den umliegenden Siedlungen gemessen. Die leiseste Viertelstunde der Nacht darf durch das Windrad nur minimal (weniger als 3 dB) lauter werden, sodass eine VerĂ€nderung der Schallsituation in der Wohnnachbarschaft möglichst klein gehalten wird. Selbst bei einem Sturm sind WindrĂ€der schon im Abstand von 250 m etwa so laut wie das Rauschen des Waldes. Generell sind UmgebungsgerĂ€usche der Natur (Wind, BlĂ€tterrauschen,
) und des Straßenverkehrs im Regelfall eher wahrnehmbar als das mehr als 1.300 Meter entfernt stehende Windrad.

Das GerÀusch eines Windrades in Relation

  • Zu wenig Wind
  • Wartung/Service
  • Fledermausabschaltung
  • Abschaltung zum Schutz von Vögeln (lt. Genehmigungsbescheid)
  • Abschaltung wegen Schattenwurf
  • Negative Strompreise (d.h. Betreiber mĂŒsste zahlen, um Strom einspeisen zu können)
  • Bauarbeiten am nĂ€chstgelegenen Umspannwerk oder am Netz
  • Testbetrieb (z.B. Schallmessungen)