Fakenews - Mikroplastik

 

Windkraftanlagen stehen immer wieder im Fokus von Diskussionen rund um Mikroplastik. Dabei geht es vor allem um den Abrieb an den Rotorblättern. Was bedeutet das tatsächlich und wie ist das wissenschaftlich einzuordnen?

Faktencheck

  • Studien zeigen, dass dieser bei Onshore-Anlagen meist nur 8 bis 50 Gramm pro Jahr und Rotorblatt beträgt (also 150 Gramm pro Windrad).
  • Der Abrieb besteht aus ausgehärteten Kunstharzen (z. B. Polyester oder Epoxidharz). Diese Materialien sind stabil und gelten im ausgehärteten Zustand nicht als gesundheitsschädlich.
  • Betreiber haben ein starkes Eigeninteresse an möglichst geringem Verschleiß: Rotorblätter müssen aerodynamisch optimal sein, um effizient Strom zu erzeugen. Nur so können wir Strom produzieren und verkaufen.

Abrieb im Kontext

Zur Einordnung hilft ein Vergleich. Nur unter 1 % des gesamten Mikroplastiks stammen von Windrädern. Moderne Autoreifen verursachen laut ADAC je nach Modell rund 50–80 mg Abrieb pro Kilometer und Tonne Fahrzeuggewicht. Das entspricht bei einem durchschnittlichen Pkw etwa 100–150 Gramm Abrieb pro 1.000 Kilometer. Damit entsteht bereits bei einer einzigen längeren Autofahrt mehr Mikroplastik als ein Windrad an einem Rotorblatt über ein ganzes Jahr hinweg.

Quellen:
windkraftbb.de/mikroplastik-und-windraeder/
zeit.de/news/2025-11/07/neuere-studien-widerlegen-afd-zahlen-zu-windrad-abrieb
Chemie in unserer Zeit (2024): Faktencheck: Erosion an Rotorblättern, BWE
adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifenkauf/reifenabrieb-mikroplastik/
Mishnaevsky, Leon/Antonios Tempelis/Yauheni Belahurau/Nicolai Frost-Jensen Johansen
(2024): Microplastics Emission from Eroding Wind Turbine Blades: Preliminary Estimations
of Volume, in: Energies